Der Bundesverband der Hygieneinspektoren war beim diesjährigen BVÖGD-Kongress in Wuppertal mit einer eigenen Vortragsreihe am letzten Kongresstag vertreten.
Für den BVH referierten Jennifer Gräfe-Daut, Mitglied des Bundesvorstandes des BVH, sowie Sandra Haier vom Landesverband NRW, die dort ebenfalls im Vorstand tätig ist.
Jennifer Gräfe-Daut hielt den Vortrag „Fachkräftemangel und fehlende Qualifikation im Hygienedienst“
Sandra Haier referierte zum Thema „Krisenerfahrungen und die Rolle des Hygienedienstes im Krisenmanagement“.
Die Beiträge machten deutlich, vor welchen Herausforderungen die Hygiene im Öffentlichen Gesundheitsdienst aktuell steht. Viele Stellen bleiben bundesweit unbesetzt oder werden mit Quereinsteigern besetzt, die nicht über die notwendige fachliche Ausbildung und rechtliche Kompetenz verfügen. Die Folgen zeigen sich bereits deutlich in der täglichen Praxis: Kontrollumfänge müssen reduziert werden, Fachbereiche arbeiten an Belastungsgrenzen und die rechtliche Sicherheit im Vollzug wird zunehmend schwieriger.
Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig eine funktionierende Hygiene im Krisenmanagement ist. Ob Trinkwasserverunreinigungen, Ausbruchsgeschehen in Gemeinschaftseinrichtungen, Hitzewellen oder infektiologische Lagen – Hygienekontrolleure übernehmen im Ernstfall Verantwortung bei Gefahreneinschätzungen, Probenahmen, Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz sowie in der direkten Kommunikation mit Einrichtungen, Behörden und Bürgern.
Besonders kritisch wurden fehlende Krisenpläne, unklare Zuständigkeiten und langsame Meldewege betrachtet. Gleichzeitig zeigte der Austausch aber auch, welche Strukturen in der Praxis funktionieren und welche Voraussetzungen notwendig sind, damit der Hygienedienst dauerhaft handlungsfähig bleibt.
Der BVH bedankt sich bei Jennifer Gräfe-Daut und Sandra Haier für ihre fachlich starken Beiträge und ihr Engagement auf dem Kongress.
Wir freuen uns bereits jetzt auf den BVÖGD-Kongress im kommenden Jahr in Leipzig und auf den weiteren fachlichen Austausch innerhalb des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.