Ausbildung in der Hygieneüberwachung

Die Ausbildung zur Hygienekontrolleurin, zum Hygienekontrolleur oder zur Fachkraft für Hygieneüberwachung bereitet auf eine verantwortungsvolle Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst vor. Sie verbindet fachtheoretischen Unterricht mit praktischer Ausbildung und Einsätzen in verschiedenen Bereichen der Hygieneüberwachung.

Je nach Bundesland unterscheiden sich Aufbau, Dauer und rechtliche Grundlage der Ausbildung. In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre. In einzelnen Bundesländern gibt es abweichende Modelle, zum Beispiel mit einer Ausbildungsdauer von zwei Jahren.

Ausbildungsbehörde und praktische Ausbildung

Bei der klassischen Ausbildung zur Hygienekontrolleurin oder zum Hygienekontrolleur erfolgt die Bewerbung und Einstellung in der Regel über eine Ausbildungsbehörde. Das sind meist Landkreise und kreisfreie Städte mit ihren Gesundheitsämtern oder entsprechende Landesbehörden.

Die Ausbildungsbehörde begleitet die praktische Ausbildung, setzt die Auszubildenden im Gesundheitsamt ein und entsendet sie zum theoretischen Unterricht an die zuständige Ausbildungsstätte.

Der praktische Teil findet vor allem im Gesundheitsamt statt. Dort lernen die Auszubildenden die Arbeit im Außendienst und Innendienst kennen. Dazu gehören Begehungen, Kontrollen, Probenahmen, Beratungen, Ermittlungen im Infektionsschutz, Dokumentation und Verwaltungshandeln.

Zusätzlich werden praktische Einsätze oder Praktika in weiteren Bereichen durchgeführt, zum Beispiel in Krankenhäusern, Laboren, Trinkwasserversorgungen, Badebeckenbetrieben, Gemeinschaftseinrichtungen oder anderen hygienerelevanten Einrichtungen.

Besonderheit Gera

Eine Besonderheit ist die Ausbildung zur staatlich anerkannten Fachkraft für Hygieneüberwachung an der Staatlichen Berufsbildenden Schule Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik in Gera.

Diese Ausbildung ist rein schulisch organisiert und dauert drei Jahre. Eine Ausbildungsbehörde wie bei der klassischen Ausbildung über ein Gesundheitsamt ist hierfür nicht erforderlich. Dennoch enthält auch diese Ausbildung praktische Teile. Theorie und Praxis wechseln sich ab, sodass die Schülerinnen und Schüler das erlernte Wissen in verschiedenen Praktikumsbereichen anwenden können.

Theoretische Ausbildungsstandorte

Der theoretische Unterricht findet je nach Bundesland an unterschiedlichen Ausbildungsstätten statt. Dazu gehören unter anderem:

Düsseldorf
Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen

Berlin
Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen

Stuttgart
Sozial- und Arbeitsmedizinische Akademie Baden-Württemberg

München
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Gera
Staatliche Berufsbildende Schule Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik

Die zuständige Ausbildungsstätte richtet sich nach dem jeweiligen Bundesland und der dort geltenden Ausbildungs- und Prüfungsordnung.

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildung umfasst viele Bereiche des Gesundheitsschutzes. Dazu gehören unter anderem:

Infektionsschutz und Seuchenhygiene
Trinkwasserhygiene
Badegewässer und Badebeckenwasser
Hygiene in medizinischen Einrichtungen
Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Schulen und Heime
Umwelthygiene
Lebensmittel- und Ernährungshygiene
Mikrobiologie und Epidemiologie
Desinfektion und Schädlingsprävention
Rechtsgrundlagen und Verwaltungshandeln
Kommunikation, Beratung und Dokumentation

Ein Beruf mit Verantwortung

Hygienekontrolleurinnen, Hygienekontrolleure und Fachkräfte für Hygieneüberwachung arbeiten an der Schnittstelle zwischen Gesundheitsschutz, Umwelt, Technik, Recht und Bevölkerung.

Sie kontrollieren nicht nur, sondern beraten, bewerten Risiken, klären auf und tragen dazu bei, Infektionen zu verhindern und hygienische Standards im Alltag zu sichern.

Damit ist die Ausbildung der Einstieg in ein vielseitiges, praktisches und gesellschaftlich wichtiges Berufsfeld im Öffentlichen Gesundheitsdienst.